13. Juli 2024

Geschichte

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Es waren harte und entbehrungsreiche Nachkriegsjahre – bis etwa 1955, aber einige sagten sich, wir leben ja noch! Endlich dürfen wir wieder mal was lustiges und närrisches machen. Fasnacht ist der richtige Anlass, um mindestens einmal im Jahr die tägliche Mühen und Sorgen zu vergessen.

Zollhaus war damals so weit weg von Villingen – nichtgeteerte Feldwege waren unsere Verkehrsverbindungen zur Stadt. Im Winter wurde das Zollhäusle beim Schneeräumen einfach vergessen! Es lag nahe, dass wir eine eigene Fasnacht machen wollten, Fasnacht wie sie zum Zollhäusle passte.

Die Zollhäusler Kinder machten all die Nachkriegsjahre schon Fasnacht in Zollhaus. Einige Neubürger, die ins Zollhäusle vor und kurz nach dem Krieg zogen, waren aus dem Schwarzwald, dem allemannischen Raum insgesamt, dem Böhmerwald und dem Donauraum. Diese glückliche Mischung fasnachtsverrückter Menschen sind die Träger der Zollhäusler Fasnacht. Närrisches Treiben in der alten „Hauserwirtschaft“ endete nie vor dem ersten Hahnenschrei und eine Kostümidee aus Bräunlingen führte zur Gründung des Fasnachtsvereins Gockel-Gilde Zollhaus.

Nachdem die ersten Kostüme vorhanden waren, wurde die Gockel-Gilde zu den Umzügen nach Villingen und Schwenningen eingeladen. Dort sorgten die Hennen und Gockel als erster neuer Fasnachtnachkriegsverein für eine aufsehenserregende Bereicherung der allemannischen Fasnacht.

Das Vereinssymbol des „Hahnes auf der aufgehenden Sonne“ bedeutet Lebensfreude, Kraft, Fruchtbarkeit und alles Positive!

Text: Horst Brunner | Bild: Umzug in Neustadt/Schw., 1960